Blauer Himmel, fast keine Wolken. Dafür kalt, aber das ist doch viel besser als Regen. Zum Aufwärmen tuckere ich nun den Col de Galibier hoch.

Neuer Tag – Neue Kurven

Immerhin auch über 2600m hoch. Es macht Spaß mit der kleinen Maschine. Und so fahre ich nun Pass um Pass an diesem Tag. Trockene Straße, blauer Himmel, wunderbare Landschaft drumherum, wunderbar. Der Tiefpunkt von vorgestern ist nun längst Geschichte.

schicke Autos laufen ein

Grandes Alpes

Weiter zum nächsten Pass

Den schönen Col d’Izoard lasse ich hinter mir, durchquere den Combe du Queyras mit seinen unzähligen Tunneln und Galerien und lande schließlich auf dem beschaulichen Col de Vars. Hier auf 2100 Metern ist es nun warm genug, um gemütlich auf einer der vielen Picknickbänken Mittag zu machen.

In engen Kehren geht es hinauf

Gut gestärkt gehe ich nun den Col de Cayolle an. Vielleicht nicht der spektakulärste der vielen Pässe auf dieser Grande Route, aber für mich der schönste. Kleinste Straßen durch fasst alle Klimazonen. Grandiose Bergkulissen rundherum. Einfach wunderbar.

und auf der anderen Seite hinunter

viele Naturtunnel passiere ich heute

immer wieder liegen schöne Örtchen am Wegesrand

Nach unzähligen Kehren nach unten wartet die Provence mit einem wahren Highlight auf mich. Die Gorges de Daluis. In tiefroten Fels hat sich eine tiefe Schlucht gegraben. Die Straße führt spektakulär durch das obere Drittel der steilen Wände. Unzählige kleine Tunnel sind in den Fels gegraben. Hell und Dunkel, Rot und Grün und tolle Aussichten Reihen sich in schneller Folge aneinander. Dass ich mit dem blöde Ultraweitwinkel der Action Cam auf meinen Helm dass alles nicht einfangen kann, damit habe ich immerhin meinen Frieden gemacht.

Gorge de Daluis

Immerhin gelingen schlechte Bilder, die später meinem Erinnerungsvermögen auf die Sprünge helfen können. Denn immerhin war ich hier nämlich auch schon mal, aber wann?

eigentlich viel schöner als die Bilder wiedergeben

Die Spur von Nord nach Süd führt durch unzählige Tunnel, die Gegenspur allerdings außen rum mit noch spektakulärerer Aussicht.
Da fahre ich doch einfach nochmal zurück. Tatsächlich, ein ganz anderer Eindruck. Okay ich gebs zu, insgesamt fahre ich dreimal hin und her. Aber es ist wirklich grandios hier!

tief unten rauscht der Fluß

Der LKW hat kaum Platz im Tunnel!

Jetzt hab ich soviel Zeit hier verbracht, und ich habe ja schließlich Urlaub, da kann ich doch mal um fünf aufn Camping. Eine gute Entscheidung, denn in Entrevaux wartet ein wirklich schöner Camping auf mich.

Mein Nachtquartier für heute

MIt Privatsee

Am Privatsee, es gibt sogar Boote, die man kostenlos leihen kann! Doch danach steht mir der Sinn nicht, ich wandere lieber in den nahen mittelalterlichen Ort. Oder ist er doch etwas Jünger? Denn Cite Vauban nennt sich Entrevaux und der kam ja etwas später…

Ich wandere am Fluss entlang

nach Entrevaux

Schön am rauschenden Fluss spaziere ich zum kleinen Örtchen. Es tut gut zu laufen, statt nur stundenlang auf dem Bock zu sitzen. Das kleine Städtchen entpuppt sich als wirklich schön. Enge Gassen hinter hohen Stadtmauern, darunter der Fluss, darüber die kleine Citadelle.

Cite Vauban

Doch auch hier ist es etwas ausgestorben. Nicht ganz so schlimm wie gestern, doch der Bär steppt hier bestimmt nicht. Um Sieben schließt der letzte Laden und ich habe die Stadt für mich allein.

schicke kleine Plätze

und Gänge im Innern

Aber fast ausgestorben

Ich laufe die Gassen ab und überlege, ob man auch die Zitadelle besteigen kann. Man kann, auch wenn es Eintritt kostet. Es gibt nämlich einen Eintrittsautomaten!

Der Eintritts’automat’

Ich werfe 3 Euro ein und stapfe nun die steile Rampe hinan. Warum nur gibt es alle hundert Meter so eine Art Tor? Sieht nett aus, aber der (militärische) Sinn erschließt sich mir überhaupt nicht.

Viele dieser kleinen Tore gibts auf dem Weg nach oben

Es geht steil bergauf und mir wird heiß. Vor allem in den Motorradstiefeln. Ein echter Fehler, nur ein Paar Schuhe mitzunehmen. Trotzdem komme ich oben an.

Entrevaux von oben

Das Fort hat wahrlich schon bessere Zeiten gesehen. Es hat eher die Anmutung eines Lost Places, und besonders groß ist es auch nicht. Dafür ist die Aussicht schön.

Die Citadelle

Lost Place

nicht viel zu sehen

Die genieße ich denn auch ausgiebig, und schwupps, schon ist es dunkel. So kann ich auch noch die Stadt mit Beleuchtung von oben genießen.

Das Örtchen bei Nacht

Fast überflüssig zu erwähnen, dass ich keine Lokalität zum Abendessen gefunden habe – zumindest keine offene. So speise ich tief in der Nacht wieder zuhause. Doch hier ist es so warm, ich kann um 11 noch locker draußen sitzen …

sehr gemütlich – aber nun ist gar keiner mehr auf den Straßen